Caravaning. check-in. LMC 420D Style

Mit dem Gespann an die französische Riviera und nach L'Ain LMC 420D Style

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Technische Daten, die uns interessieren:

LMC 420D Style, Erstzulassung Mai 2016

  • Länge*: 634 cm (inkl. Deichsel)
  • Aufbaulänge aussen*: 501 cm
  • Aufbaulänge innen*: 437.5 cm
  • Breite* (aussen/innen) : 223/208 cm
  • Gesamt-/Innenhöhe*: 260.5/195.1 cm
  • Leergewicht*: 941 kg
  • max. zul. Ges.gew.*: 1.300 kg
  • = Zuladung: 295 kg
  • Auflastbar* auf: 1.700 kg
  • =max. Zuladung*: 695 kg
  • Wassertank: 44 l*
  • 100-km-Zulassung
*=Herstellerangaben; Irrtum vorbehalten

reisemagazin.tv Ranking:
LMC 420D Style: 3 / 10

von reisemagazin.tv
auf tatsächliche Gegebenheit geänderter Grundriss
LMC 420D Style

Zu grosse Scharniere an der Toilettentür erzeugen Verletzungsgefahr.

Nachlässige Verarbeitung im Aussenbereich

Nachlässige Verarbeitung im Innenbereich

Zweifelhafte Kabelverlegung im Staukasten vorn im Bugbereich

Unsere Bewertung im Einzelnen

Dieser Wohnwagen wurde uns als Reisewagen empfohlen, da er von seinen Abmessungen her auch durch Nebenstrassen in Frankreich passt und für eine Urlaubsreise, die 2 Personen unternehmen wollen, ausreichend erschien: Alle Anlagen, wie Sanitär, Küche und ein genügend grosser Sitzplatz waren da.

Technische Daten

Die erste Ernüchterung brachte der Blick in die Fahrzeugpapiere: 1.300 kg erlauben 295 kg Zuladung, und die sind ganz schnell erreicht. Die technisch mögliche Auflastung auf 1.700 kg zulässigen Gesamtgewichts sollte eigentlich zum Standard erhoben werden. Und die Mehrkosten für den Hersteller dürften sich über die Menge relativieren.

Grundriss

Dem Hersteller LMC lässt sich höchstens vorhalten, überhaupt so einen Grundriss mit einem Querbett im Bug anzubieten, der selbst bei jungen Leuten in der Praxis über die Zeit auf nicht viel Gegenliebe stossen dürfte. Wir hatten jedenfalls unseren Spass drei Wochen lang und die sichere Erkenntnis, dass unsere Wahl nicht die beste war.

Die Architektur der Nasszelle - dieser Raum verdient keinesfalls die Herstellerbezeichnung "Waschraum" - besticht durch einen veränderten Grundriss, verglichen mit dem im Katalog im Internet. Dies an sich ist nicht schlimm und juristisch auch nicht angreifbar, wenn aber die Toilette gemäss ihrem Zweck benutzt wird, der/die Nutzer/in aber kein Kind oder Jugendliche/r von der Statur ist, ist es nötig, den oder die Mitreisenden an den Hygienearbeiten an sich teilhaben zu lassen, da diese Tätigkeit nur bei geöffneter Badezimmertür möglich war.

Ein «Spass» der besonderen Art.

Verarbeitung

Wir bleiben in der Nasszelle und der Wasserversorgung. Die "Spülung" der Dometec-Toilette verdient die Bezeichnung nicht; unappetitliche Einzelheiten verschweigen wir besser. Die Türscharniere standen über die Stärke des Holzes über, so dass auch blaue Flecke als "Zugabe" möglich sind. Ein 44-l-Frischwassertank ist, wenn man die Küche entsprechend ihrer Bestimmung nutzen will, ausgesprochen spannend und gut für die Körperertüchtigung desjenigen, der Wasser im Kanister von einer Zapfstelle des Campingplatz holen darf. Wenn dann dieses Reservoir auch noch für die Spülung der Toilette genutzt wird, erzeugt dies bei uns völliges Unverständnis. Zu einer gut funktionierenden Chemietoilette in einem Wohnwagen gehört eine eigene Wasserversorgung, die auch mit dafür vorgesehenen Zusätzen befüllt werden kann, was bei der kombinierten Versorgung von Brauch- und Trinkwasser natürlich unmöglich ist.

Die Füllstandsanzeige des Wasservorrates zeigte immer einen fast vollen Tank an. Da war die herkömmliche Art des Prüfens dann doch effektiver: entweder Warten auf den Aufschrei «es kommt kein Wasser mehr!» oder mit der Taschenlampe von aussen im Staukasten nachgucken.

Die Warmwasserbereitung war hervorragend. Der Kühlschrank, ebenfalls ein Dometec-Gerät, war in seiner Aufteilung unpraktsich, die Kühlung mit Gas unbrauchbar, mit 220 V jedoch ohne Fehl und Tadel.

Im Aussenbereich war die Verarbeitung z.T. schlampig: Dichtmasse war bei der Fertigung hervorgetreten und dort belassen worden. Die Elektroleitungen im Staukasten verliefen ungeschützt quer zur Fahrtrichtung und die Klappe des Gaskastens war in ihrer Flexibilität nicht dazu angetan, Vertrauen in die Stabilität des Wohnwagens aufzubauen.

Zur Liste dessen, was grundsätzlich oder an diesem Fahrzeug individuell verändert werden muss, gehört auch die Insektenschutztür, ein Rollo, das ständig aus seiner unteren und oft in der Folge auch seiner oberen Führung heraussprang. Nach einigem Üben ging dann die Reparatur ohne Werkzeug gut von der Hand - der Wohnwagen war ja nur gemietet.

Ist dieser Wohnwagen nun wirklich praktisch und wie ist seine Ausstattung zu bewerten?

Klares Votum: den Wohnwagen finden wir unpraktisch und seine Ausstattung entspricht nicht der Selbstdarstellung von LMC, wie sie bei uns verstanden wird. Die Sitzgruppe ist mit ihrem eingehängten Tisch theoretisch pfiffig, aber im täglichen Gebrauch nur für eine Person akzeptabel. Dies gilt für das schon erwähnte Querbett und den "Waschraum". Selbst unter der Berücksichtigung, dass ein kleiner Wohnwagen nicht das Platzangebot eines 10-m-Tandemachsers bieten kann, kann man auch bei einem aufgerufenen Preis von um die € 17.000 erwarten, dass ein Wohnwagen, der (Zitat von der LMC Website) «... viel mehr (ist) als einfach nur ein Einsteigermodell. Mit seinen überzeugenden Raumkonzepten bietet er die perfekte Kombination aus Stil, Komfort und praktischen Ideen. ... » Hier werden Caravan-Fans nicht zu Wiederholungstätern, wie von LMC prognostiziert.

Update - zu guter Letzt

Auf die vom Hersteller angekündigte Stellungnahme warten wir noch heute. Ein Schelm, der Böses dabei denkt...

Quelle: reisemagazin.tv bs