Devil's Trip.

Am Kunene.

Episode 2

Für die, die eine abenteuerliche Reise machen wollen, ist der Nordwesten Namibias die richtige Wahl. Unberührtes, unglaublich beeindruckendes Land liegt vor den Rädern des Geländewagens.

Devil's Trip: Am Kunene. Episode 2

Bert Schwarz
reisemagazin.tv

Autor:
Produziert für:

Entlang der Skelettküsste auf gefühlt unendlichen Stränden mit vor sich hin rostenden Schiffswraks und auf der anderen Seite flankiert von Wanderdünen geht es Stunde um Stunde voran. Hier ist der Reisende wirklich ganz allein und auf sich gestellt - mit nur dem einem Gedanken, ob das Auto diese Reise unversehrt überleben wird.

Hat man von unwirtlicher Gegend noch nicht genug, ist das Kaokoveld der Traum jedes Fotografen: grosse Weiten, einsame Pisten, aber niemand, der vor die Linse springt und die Aufnahme verdirbt...

Wir begeben uns auf die Reise in den Nordwesten des Landes. Ausgangspunkt ist Windhoek, die Hauptstadt des Landes. Mit einem Dutzend expedionsmässig ausgestatteten Geländewagen geht es über die Frans-Indongo Lodge («Dies ist der letzte Aussenposten der Zivilisation.») in den Etosha Nationalpark. Der erste Abend mitten in atemberaubender Wildnis ist die Vorabentschädigung für eine nasse Nacht im Dachzelt auf den Geländewagen, dem ersten Vorboten der herannahenden Regenzeit. Ein Blick galt so immer den Wolken über den Bergen.

Es geht nach Norden. Der Kunene markiert die Grenze nach Angola, der wir bis zu den Wasserfällen in Epupa folgen. Ein paar Stunden sind wir Gast in einem Dorf der Himba, die schon seit Jahrtausenden in dieser Region leben.

Hier wenden wir uns nach Westen. Das nächste grosse Ziel ist das Marienflusstal, eine Region, so gross, dass sie vom Flugzeug in 11 km Höhe aus gut erkannt wird. Davor liegt aber noch der Weg zum und durch den Pass van Zyl, eine «Hauptverkehrsstrasse», die nur von allradgetriebenen Fahrzeugen bewältigt werden kann und zu den gefährlichsten Strassen der Welt gehört.

Im Marienflusstal ereilen uns die ersten, ernsten technischen Ausfälle und kosten Zeit, die wir eigentlich nicht haben. Die Reparatur wird nachts in Opuwo, der Bezirkshauptstadt mit einer beleuchteten Tankstelle gemacht. Dann geht es weiter durch leichteres Gelände nach Puros, wo uns ein Campingplatz mit Duschen erwartet. Die Fahrt wird einige Stunden vor Erreichen des Campingplatzes von einem Achsbruch am Pressefahrzeug jä unterbrochen.

Das Zeitpolster zum Beginn der Regenzeit ist aufgebraucht. Wenn jetzt noch weitere technische Pannen auftreten, kann die Reise lebensgefährlich werden. Mit unserem notdürftig reparierten Wagen erreichen wir den Campingplatz noch einen Tag später als ursprünglich geplant. Es gibt tatsächlich Duschen, aber wir müssen auf Skorpione achten, die in grosser Zahl im Sand leben.

In aller Frühe brechen wir am nächsten Tag auf, da wir vor Einbruch der Dämmerung eine Furt des Hoarusib erreichen müssen, das «Felsentor» bevor Dunkelheit und zu hoher Wasserstand eine Durchfahrt mit dem Auto verhindern.

In den Bergen sind die ersten Schauer schon heruntergekommen. Mit viel Nerven und Geduld schaffen wir es bis zum Hoanib, der bei unserer Ankunft «zu laufen» beginnt.

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Am Kunene. Episode 1

Das Damaraland erstreckt sich im Nordwesten Namibias südlich des Kaokovelds zwischen Erongo und der Etosha Pfanne. Wenngleich der Name Damaraland heute weiterhin gebräuchlich ist, stammt er noch aus Zeiten der Homelands, und das Damaraland ist heute hinsichtlich der Verwaltung ein Teil der Kunene Region.

Das Damaraland wird – nach wie vor – überwiegend von den Damara bewohnt, die zusammen mit den San (Buschleute), zu den ältesten Einwohnern Namibias gezählt werden. Ihre Sprache gehört zu den Khoisan-Dialekten, ist also mit der Sprache der Namas und San verwandt. Die Damara gehören zu den ärmsten Volksgruppen in Namibia. Wirtschaftliche Basis ist die Ziegenhaltung. Weite Teile des Damaralands sind stark überweidet.

Das Damaraland ist insgesamt sehr spärlich besiedelt, karg, ausgedörrt und wild. Dem Besucher eröffnen sich auf der Fahrt durch das Gebiet immer wieder grandiose Landschaften mit bizarren Bergen und weiten steinigen Ebenen. Nur selten trifft man auf Menschen und Siedlungen. Dafür gibt es noch wild lebende Nashörner und Wüsten-Elefanten, hauptsächlich im westlichen Teil.

Die staubige Distrikthauptstadt Khorixas hat – abgesehen von einer Tankstelle, einigen Läden, einem Restcamp und einer Lodge – wenig Highlights zu bieten. Rund 100 Kilometer westlich der Stadt findet man jedoch die Hauptattraktion im Damaraland, die mehr als 2500 prähistorischen Felsgravuren von Twyfelfontein, von der UNESCO zum Weltkulturerbe deklariert. Ein weiteres Highlight im Damaraland sind die Ugab Terrassen und die Vingerklip Felskuppe auf dem Weg von Khorixas nach Outjo.

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