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Burgen, Schlösser, Herrenhäuser

Hambacher Schloss

von Bert Schwarz

Hambscher Schloss

Die ursprüngliche Anlage stammte aus dem 11. Jahrhundert und gehörte zum Eigentum der Salier. Weil sie an strategisch günstiger Lage auf dem Hambacher Schlossberg errichtet wurde, beherrschte sie sowohl als Schutz- wie auch als Raubritterburg die sich bei Neustadt kreuzenden Handelswege und ebenfalls die Nordroute des vorderpfälzischen Abschnittes des Jakobsweges.

Der Speyerer Bischof Johannes I. († 1104), der verwandtschaftlich mit den Saliern verbunden war, vermachte die Burg dem Bistum Speyer, dem sie über Jahrhunderte, bis zum Ende der Feudalzeit gehörte. - 1552 eroberten Truppen des Markgrafen und Söldnerführers Albrecht Alcibiades die Burg und brannten sie nieder. Durch Bischof Marquard von Hattstein erfolgte ein notdürftiger Wiederaufbau. Die Anlage diente von nun an einem bischöflichen Förster als Domizil. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die marode Veste 1688 von den Franzosen niedergebrannt und blieb eine Ruine. Lediglich die dem Heiligen Michael geweihte Burgkapelle baute man nochmals auf und weihte sie am 9. Juli 1723 wieder. Französische Revolutionäre plünderten diese am 30. Juli 1794 erneut und zerstörten sie. Die dort bisher von den Gläubigen verehrte Figur des Erzengels Michael banden sie dabei zum Spott an den Schweif eines Pferdes und ritten damit durch die Strassen. Die gesamte Burgruine fiel zunächst an den französischen Staat, später an das Königreich Bayern.

1832 wurde die Schlossruine durch die sechstägige Protestveranstaltung (27. Mai bis 1. Juni 1832) , dem Hambacher Fest von etwa 30.000 Menschen zum Schauplatz der frühen Demokratiebestrebungen auf deutschem Boden.

Anlass war die Unzufriedenheit der pfälzischen Bevölkerung über Repressionsmassnahmen der bayerischen Verwaltung. Diese hatte in den Jahren nach 1816 wichtige Errungenschaften zurückgenommen, die dem Volk in der Zeit der Besatzung durch Frankreich gewährt worden waren. Nachdem die bayerische Obrigkeit eine strenge Zensur eingeführt und politische Kundgebungen verboten hatte, gaben die Organisatoren die Veranstaltung als „Volksfest“ aus. Die Pfälzer fanden Unterstützung bei zahlreichen anderen Volksgruppen und Einzelpersonen. Seit jenem Fest gilt das Hambacher Schloss als Sinnbild der Demokratie in ganz Deutschland.

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