Cochem.

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Auf einen Blick


Die Mosel fliesst durch Frankreich, Luxemburg und Deutschland an pitoresken, mittelalterlichen Orten vorbei und schwindelerregenden Hängen, die voll von Weinstöcken sind.


moselle cochem

Am Ausgang des «Cochemer Krampens», eines über 20 km langen Moselbogens, liegt bei der Mündung des Endertbaches die Kreisstadt Cochem mit dem Stadtteil Cond auf der gegenüberliegenden Moselseite. Sie ist das touristische Zentrum zwischen Trier und Koblenz. Wie viele Orte an der Mosel war auch Cochem von den Kelten und dann von den Römern besiedelt, ehe es im Jahre 886 erstmals in einer Urkunde erwähnt wird.

Der Burgbau, auf welchen Fundamenten auch immer, soll vom Anfang des 11. Jahrhundert stammen. 1294 kam die Burg unter trierische Herrschaft. Der tatkräftige Kurfürst Balduin liess sie zur starken Festung ausbauen und der Ort wurde kurtrierisches Amt. Mit einer Kette konnte die Mosel gesperrt werden, auf der man Zoll erhob. 1332 erhielt der Ort Stadtrechte.

Ein besonders schlimmes Jahr war 1689, als die Truppen Ludwig XIV. Stadt und Burg eroberten und niederbrannten. Die Stadt erholte sich wieder, aber die Burg blieb zerstört. Es war ein »verrückter Städter«, der die Ruine 1866 kaufte und mit dem Wiederaufbau begann: Der Berliner Kommerzienrat Ravené. Heute heisst eine wichtige Cochemer Strasse nach dem Burgenromantiker, damals haben sich die Winzer wahrscheinlich über ihn kaputtgelacht. 1877 war das Werk vollendet, die Burg diente der Familie Ravené als Sommersitz.

Heute lacht niemand mehr, die Reichsburg gehört der Stadt Cochem, sie ist ein (touristisches) Symbol für die Stadt geworden, und auch für deutsche Burgenromantik schlechthin.

Dass auch Ruinen ihren Reiz haben können, zeigen die Reste von Schloss Winneburg im Enderttal, das wie die Reichsburg 1689 zerstört wurde, aber keinen Liebhaber fand, der es wieder aufbaute.