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Altes Handwerk im Chiemgau

Altes Handwerk im Chiemgau

von Bert Schwarz

Der Chiemgau ist seit Jahrhunderten ein industrieller Hotspot. Zwei historische Fertigungsstätten, die alte Maxhütte in Bergen, in deren renovierten Räumlichkeiten in einem Museum das alte Fertigungsprinzip und eine Auswahl von Produkten gezeigt wird - und die Glockenschmiede in Ruhpolding, deren Produkte aus der wassergetriebenen Hammerschmiede international gefragt waren, möchten wir besonders hervorheben.

Altes Handwerk im Chiemgau

Autor, Kamera, Montage :
Bert Schwarz

© reisemagazin TV 2010

Maxhütte Bergen im Chiemgau.

Pangraz von Feyberg gründete 1562 das Eisenhüttenwerk in Bergen. Es zählte Mitte des 19. Jahrhundert zu den wichtigsten Eisenherstellern in Bayern. Nach einem verheerenden Brand und dem darauf folgenden Wiederaufbau 1824 unter König Max I. Josef, wurde dem Werk der Name “Maximilianshütte” verliehen. Im Zuge der tiefgreifenden industriellen Veränderungen stellte Bergen 1881 den Erzabbau ein und wenig später auch die Hochofenproduktion. Die Maximilianshütte wandelte sich vom Eisenproduzenten zum Giessereibetrieb und Maschinenbauer. Mit der Weltwirtschaftskrise kam das Werk in wirtschaftliche Schwierigkeiten, was letzten Endes zur Schliessung im Jahre 1932 führte.

Das Hammerschmiede-Museum in Ruhpolding.

Die am Thoraubach im Brander Tal gelegene Glockenschmiede ist ein Hammerschmiedemuseum mit einem grossen Schwanzhammerwerk, das mit einem oberschlächtigen Wasserrad betrieben wird. Schon 1646 finden sich Erwähnungen in den Urkunden. In der weit über die Region hinaus bekannte Hammerschmiede wurden neben geschmiedeten Kuhglocken auch Werkzeuge gefertigt und in der dazu gehörigen Schleiferei geschliffen. Bereits 1936 schon wurde diese einzigartige Schmiede unter Denkmalschutz gestellt. Der letzte Hammer- und Waffenschmiedemeister, Fritz Grübl, verstarb 1960. Das Anwesen, zu dem auch Waldungen und Wiesen gehören, ist seit vielen Generationen im Familienbesitz der Familie Grübl/Ullrich.

In den Jahren 1979 - 1981 fanden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt und die Schmiede war als begehbares Baudenkmal mit Führungen zu besichtigen. Zum 100. Geburtstag des letzten Meisters entstand eine Dauerausstellung über Geschichte und Technik der Schmiede und es erfolgte eine museale Aufbereitung. Ein Originalfilm von 1955 über den letzten Kuhglockenauftrag ist erhalten geblieben und versetzt den Besucher in die Arbeitswelt der damaligen Zeit.

Die Schleiferei wurde in den letzten Jahren renoviert und steht den Besuchern als Museumsbestandteil zur Verfügung.

Das Museum hat im Sommerhalbjahr geregelte Öffnungszeiten und kann auf Anmeldung während des gesamten Jahres besucht werden, soweit es die Witterung zulässt.

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